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Millwall...we sit where we want

  • Autorenbild: Alfie Mace
    Alfie Mace
  • 5. Okt. 2025
  • 11 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Nov. 2025

Charlton Athletic - FC Millwall 1:1 (1:0)

The Valley, Zuschauer: 23.293, Auswärtsfans: 3.806 (13. Sept. 2025)


Das Oasis-Hoch hielt immer noch an. Dennoch war die Sehnsucht nach Millwall wieder sehr groß. Mein erstes Spiel der Saison sollte das Derby gegen Charlton, bei Charlton sein. Hier war ich noch nie. Also ein weiterer Anreiz endlich mal her zukommen. Die Trainspotter, wie sie verächtlich von Millwall genannt werden, waren wieder aufgestiegen. Vor 29 Jahren hatte Millwall das letzte Mal gegen diese Ottos verloren. Diese Serie sollte auf jeden Fall fortgeführt werden. Die Ticketsituation war allerdings übersichtlich. Zu diesem Kick wollte natürlich jeder fahren, denn die Anreise ist ähnlich wie zu einem Heimspiel. Somit musste ich mir etwas einfallen lassen, um ein Ticket zu ergattern.

Am Abflugtag musste ich wieder einen vollen Arbeitstag hinter mich bringen. Das zieht sich oft wie Kaugummi, zumal ich dazu neige, an diesen Tagen mit Halbgas zu arbeiten. Reicht ja, wenn man am Wochenende Vollgas abliefert. Nach Feierabend holte ich mir beim Bäcker des Vertrauens etwas zu futtern und dann ab zum Flughafen. Erstaunlich, dass diesmal alles reibungslos funktionierte. Die Sicherheitskontrolle sollte mich dagegen ausbremsen. Hier war überraschend viel los, also staute es sich. Und wer hielt den Verkehr wieder auf? Richtig, das lahmarschige Personal in Kombination mit den Wenigfliegern. In der Regel ist das eine ganz ungünstige Kombination. Deshalb blieb mir nichts anderes übrig, als den roten Smiley am Bewertungsautomaten zu drücken. Als Motivationscoach weiß ich, wie man Mitarbeiter motivieren kann. Am Gate wollte ich mir ein Flughafenbier gönnen. Wie immer war der Staropramen-Zapfhahn nicht im Dienst, somit musste wieder das Allgäuer Büble herhalten. Immer noch besser als das ortsansässige Braugift von Binding, im Volksmund auch Katzenpisse genannt. Irgendwann saßen wir dann im Flieger und warteten auf den Abflug. Warten war dann auch das Stichwort. Der Kutscher des Flugzeuges meldete sich und teilte uns mit, dass es in London eine "schwierige Wetterlage" gab und nun viel "Traffic" über London geben würde. Für uns bedeutete dies, wir hätten nun gut 60 Minuten Wartezeit, um einen Slot für eine Landung in Heathrow zu erhalten. Ich wollte eigentlich mit Mr. Elephant & Castle neue Pubs entdecken. Das war den Herrschaften hier wohl völlig egal. Wir warteten. Zwischenzeitlich suchte ich die Toilette auf. Als ich zurück kam, diskutierte so eine britische Karen mit der Stewardess, wann es endlich los ginge und dass sie keine Zeit habe. Immer wieder maulte sie herum. Das wiederum nervte mich so hart, dass ich sie anraunzte, sie solle endlich die Klappe halten und genau wie alle anderen warten. Angeblich fielen Worte wie "bloody", "Shut up" und ähnliches. Die tat ja gerade so, als ob sie mit Mr. Elephant & Castle verabredet war. War sie aber nicht. Als sich die Gemüter beruhigt hatten, zumindest meines, meldete sich der Pilot erneut und meinte, die Chancen stehen nun nur noch 50:50, um überhaupt noch nach London zu kommen. Mit dem Kopf schlug ich mehrfach gegen den Sitz meines Vordermannes. Die Lufthansa klaut mir schon wieder einen Pubabend. Die Warterei nahm ihren Lauf. Dann meldete sich unser Luftchaffeur erneut, er habe nun einen Slot für Heathrow bekommen und es würde nun mit gut 1 Stunde Verspätung los gehen. Gib Gummi, dachte ich mir. In der Tat, so fix war ich noch nie in London. Etwa 20 Minuten hatte er aufgeholt.

In London verweigerte mir der Passautomat erneut die Einreise. Somit durfte ich wieder Fragen beantworten als ich meinen Pass vorzeigte. Aber alles halb so schlimm. Jetzt entstand folgendes Problem, wie komme ich in die City? Laut der Londoner Brut würde die Underground nicht bis Heathrow fahren. Das sah aber am Gleis etwas anders aus. Somit riskierte ich es und es klappte. Nach knapp einer Stunde war ich dann in Central London. Mit Mr. Elephant & Castle war ich in Blackfriars im gleichnamigen Pub verabredet. Dort angekommen, war ich von außen schon mal sehr angetan. Das Gebäude war gut 170 Jahre alt und erinnerte an ein Dreieck. Auch innen wusste der Pub zu überzeugen. Ein gemütlicher Schankraum, geschmückt mit Bildern und Statuen von Mönchen. Dazu war sehr viel Holz verbaut. Im ganzen Pub gab es keinen Fernseher. Somit wurde hier das unsportliche Publikum angesprochen, die Nerds unter den Suffköpfen. Mr. Elephant & Castle stand schon mit einem Guinness in der Hand am Stehtisch. Ich gönnte mir erstmal ein Pale Ale. Wir unterhielten uns angeregt und tauschten uns über Gott und die Welt aus. Immer wieder schön sich mit Freunden beim Bier zu treffen. Als die Pints geleert waren, erspähte ich ein Citrus Ale. Somit war direkt eine zweite Runde eröffnet. Danach wechselten wir den Pub. Wir liefen zum Pub "The Albion". Mr. Elephant & Castle war sich sicher, dass wir hier schon mal waren. Ich war gegenteiliger Meinung. Der Pub war nichts besonderes, wird mir auch nicht in Erinnerung bleiben. Immerhin gab es hier Fernseher und dort lief Sport. Es war halt nur Cricket. Damit muss man sich echt ernsthaft beschäftigen, um es zu verstehen. Die Zeit dafür finde ich in diesem Leben wohl nicht mehr. Nach dem Pint machten wir uns auf den Weg nach Hause. Mit Mr. Elephant & Castle kann man in London immer schön Doppeldeckerbus fahren. Das macht nicht nur Spaß, sondern lässt einen die Stadt ganz anders erleben. Bei ihm angekommen, nahm ich eine Dusche. Das erschien mir clever, weil ich so morgens etwas länger schlafen könne.

Den Plan durchkreuzte die Frau von Mr. Elephant & Castle. Fing die doch nach 6:00 Uhr an zu staubsaugen. Ja, wunderbar! In zwei Stunden würde der Wecker klingeln. Ich döste vor mich hin und wartete bis dann irgendwann der Wecker klingelte. Dann machte ich mich spieltagsfertig und um 9:00 Uhr saßen wir zwei Im Wetherspoons Pub in Mr. Elephant & Castles Nachbarschaft. Für mich gab es mal wieder ein ordentliches Full English Breakfast. Wie es sich für diese Kneipenkette gehört, gab es Tee und ein Ale dazu. Um die Uhrzeit war hier schon gut was los. Gleiches galt auch für London. Nicht nur, dass Millwall heute bei Charlton kickte, es stand auch noch West Spam gegen Tottenham an. Dazu waren Sunderland, Nottingham und Leeds United in der Stadt. Um den Ganzen noch die Krone aufzusetzen fand am Nachmittag auch noch die Tommy Robinson Demonstration statt. Old Bill sollte nicht langweilig werden. Im Pub waren einige Millwall-Leute und schon jede Menge Demonstrationsteilnehmer. Diese waren recht einfach zu erkennen, trugen sie doch alle Union Jack Fahnen mit sich. Nachdem wir die Grundlage für den Tag gelegt hatten, nahmen wir den Bus zu London Bridge. Von da aus wollten wir den Zug nach Charlton nehmen. Das klingt nun wahnsinnig weit, sind aber nur 3 Stationen mit einer Fahrzeit von gut 12 Minuten. Am Bahnhof London Bridge tummelten sich jede Menge Teilnehmer des Tommy Robinson Marsches. Hier zeigte sich wirklich ein Querschnitt durch die Gesellschaft. Es war nun Zeit den Zug zu nehmen. Als wir in Charlton ankamen, holten wir uns erstmal eine Dose Bier. Für Mr. Elephant & Castle sollte es ein Holsten sein, ich gab mich mit dem jamaikanischen "Red Stripe" zu frieden. Während wir so auf der Straße herumlungerten und auf die anderen warteten, füllte sich die Gegend mit immer mehr Millwall- als auch Charlton-Fans. Dazu gesellten sich auch jede Menge Riot-Cops sowie berittene Polizei. Sicher ist wohl sicher. Plötzlich kam ein junger Lad auf Mr. Elephant & Castle zu. Ob er ihm bitte seine Bierdose öffnen könne? What?? Der Rotzlöffel bekam die Dose nicht auf. Erstaunen und Lachen überkam uns. Sowas hatte wir beide noch nicht erlebt. Aber, man hilft ja wo man kann und schwupps war die Dose "Stella" geöffnet und der Bub konnte sich den Hopfensmoothie schmecken lassen. Mittlerweile standen Mr. Belvedere, sein Vater und Firestarter schon an der Kreuzung Richtung Stadion. Keine Ahnung, wie die unbemerkt an uns vorbei kamen? Zu meiner Überraschung gab sich der Plumber mal wieder die Ehre. Ihn hatte ich schon Jahre nicht mehr gesehen. Seinen Stiefsohn trifft man ja öfter auf den Auswärtsspielen. Wir unterhielten uns redlich und plötzlich hatte er den Drang, er könnte ja mal das Polizeipferd samt Reiterin streicheln. Mit viel Mühe und Überzeugungskraft konnten wir ihn gerade noch davon abhalten. Jetzt kam der Millwall-Mob singend und pöbelnd die Straße herunter. Die Coppers wurden hektisch, da nun Fantrennung anstand. Wir reihten uns ein und zogen in Richtung Auswärtsblock. Der Pöbel hatte Laune und das ließ meine Motivation ebenfalls steigen. Am Gästeeingang trennten sich unsere Wege. Ich hatte ein Ticket auf der Gegengeraden in Nähe der Gästetribüne. Eine Karte für den Gästeblock war leider nicht drin gewesen.

Nachdem wir uns verabschiedet hatten, umrundete ich einmal das Stadion. Der Name "The Valley" kam nicht von ungefähr, liegt es doch irgendwie in einem Tal. Ich holte mir ein Programm und suchte dann mein Drehkreuz und ging hinein. Schöne abgeranzte Bude, dachte ich sofort. Ich holte mir ein Ale, trank es und nahm dann meinen Platz ein. Wow, der Heimbereich bestand aus 3 zusammenhängenden Tribünen und einer freien Gästetribüne. Millwall sorgte für einen ausverkauften Gästesektor und dies ergab einen sehr vollen Block. Hier waren so gut wie keine Trikots oder Schals zu sehen. Einige Banner hingen vor dem Block, das war es. Zu Spielbeginn legte Charlton direkt mit gutem Singsang los. Hätte nicht gedacht, dass sie so facettenreich singen würden, aber zum Teil hatte es schon etwas ultralastiges. Es entstand ein munteres Spielchen, in dem Millwall mehr Spielanteile hatte und Charlton die klar besseren Chancen. Folgerichtig gingen die Gastgeber auch in Führung und nahmen diese mit in die Halbzeitpause. Waren die Klos vor Anpfiff noch in Ordnung, so watete man nun durch ein Feuchtbiotob. Eine Toilette lief über und eine andere war komplett vollgeschissen. Was die Engländer immer wieder am stillen Örtchen anstellen, das bleibt mir ein Rätsel. Im zweiten Durchgang dominierte Millwall das Geschehen komplett, aber ein Tor wollte irgendwie nicht gelingen. Die Hausherren gefielen durch Konter, die aber allesamt erfolglos blieben. Der Millwall-Anhang wurde lauter und pöbelte was das Zeug hielt und feuerte ihr Team immer mehr an. Charlton sang nun immer weniger. Bei mir machte sich Frust breit, denn ich gab die Hoffnung auf, dass hier noch eine Wende stattfinden könnte. Da bin ich einmal in Charlton dabei und schon setzt es die erste Niederlage seit 29 Jahren gegen die Trainspotter. Dann kam die 88. Minute. Millwall warf alles nach vorne und erzwang eine wilde Torraumszene. Es folgte ein Torschuss der pariert wurde, aber der Nachschuss fand seinen Weg ins Tor. Die Gästetribüne expoldierte und ein brachialer Torjubel setzte ein. Wahnsinn! Der Torschütze Bangera-Williams rannte vor die Heimtribüne, um zu jubeln. Dies quitierten diese mit wilden Beschimpfungen. Im Augenwinkel sah ich, wie ein neutral gekleideter Millwall-Fan aus meinem Block auf den Platz lief und jubelte. Dann drehte er ab und rannte in Richtung Gästeblock. Das wiederum ließ die Ordner aufmerksam werden. Irgendwie schaffte er es mit den Ordnern im Schlepptau bis zur Balustrade des Gästeblocks zu kommen. Offensichtlich wollte er zu seinen Kumpels in den Block. Allerdings wurde dies vom Pöbel aus Millwall anders gedeutet und der Kollege bekam erstmal ordentlich Backenfutter vom Feinsten. Wahrscheinlich dachte man, es sein ein Anhänger der Gastgeber. Dies nennt sich wohl "Friendly Fire". Die Stewards zogen ihn zurück und wollten ihn seitlich herausführen. Nun startete er erneut den Versuch in den Gästeblock zu gelangen. Aber was soll ich sagen? Erneut wurde ihm schön eingeschenkt. Anscheinend erkannte ihn jemand und zog ihn tatsächlich über die Absperrung. Zeitgleich zog ein weiterer Millwall-Fan seinen Pulli aus und zeigte sein Trikot, direkt im Block neben mir. Das wurde natürlich sofort bemerkt und er wurde erst beschimpft und dann bespuckt. Das juckte den Geezer allerdings nicht. Urplötzlich kamen Stewards in den Block und wollten ihn abführen. Erst jetzt traute sich Charlton ihn körperlich zu attackieren. Juckte den stabilen Typen aber nur wenig. Mit erhobenem Haupt wurde er zur Gäste Tribüne geführt. Nun begann der komplette Millwall-Haufen zu singen: " We sit where we want....Millwall....we sit where we want!" Kurz danach war auch Schluss. 1:1 und auch nach 29 Jahren wurde nicht gegen Charlton verloren.

Ich schaute dem Treiben und dem Jubel der Gäste noch zu und verließ dann die Tribüne. Sicherheitshalber ging ich noch mal austreten. Die ganze Bude stand nun völlig unter Wasser. Gummistiefel oder ein SUP wären hier notwendig gewesen. Als ich die Toilette verließ, bemerkte ich, wie an einem Metalltor zu meiner Rechten Tumulte ausbrachen. Auf meiner Seite agierte Athletic ziemlich frech und trat immer wieder gegen das Tor. Zeitgleich schenkte man Millwall auf der anderen Seite des Tores handliche Gegenstände via Luftpost. Die beiden Steward-Darsteller, die das Tor sichern sollten, waren völlig überfordert. Und, da Millwall ebenfalls die Festigkeit des Torschlosses überprüfte, passierte was passieren musste. Das Tor folg auf und etwa 15 Millwall-Lads rannten nun rüber und verteilten einige Schwinger. Charlton suchte das Weite und rannte die Treppen hoch. Doch schnell merkte man, dass Millwall gar nicht mit so vielen Leuten vor Ort war. Also machten sie kehrt und kamen die Treppe wieder runter. Jeder, der etwas schneller herunter kam, bekam ein paar Ohrfeigen. Das war hier echt Oldschool. Polizei rückte nicht an. Dafür aber weitere Ordner, die dem Treiben keinen Einhalt bieten wollten. Interessant war, dass sich hier Typen kesselten, die alle über 40 waren. Von den Youngstern war nichts zu sehen. Als Charlton im wahrsten Sinne des Wortes die Schnauze voll hatte, schlenderten die 15 Mann wieder zurück in ihren Block als ob nichts gewesen sei. Der Letzte schloss sogar noch das Tor. Herrliche Show! Ich machte mich wieder auf den Weg in Richtung Bahnhof. Allerdings blockierte Old Bill diverse Zugangswege und ich musste einen gehörigen Umweg laufen. Die ganze Zeit über hörte man Sirenen der Einsatzkräfte und etliche Polizei-Wannen fuhren aufgeregt durch die Gegend. An einer Sperre wartete ich mit hunderten anderen Fußballanhänger um zum Bahnhof zu kommen. Nichts ging. Wir mussten warten. Offensichtlich wollte man warten, bis die letzten Südlondoner abgefahren waren. Irgendwann rannte eine Hundertschaft Riot-Cops die Straße herunter, aber es war nicht ersichtlich weshalb. Mir war es auch egal. Nach gut einer halben Stunde Wartezeit konnten wir zum Bahnhof und dann auch auf unser Gleis. 15 Minuten später trudelte auch der Zug ein und ich fuhr zurück zu London Bridge. Überraschenderweise war der Zug gar nicht so voll. Zum Glück, denn so konnte ich ein Mädel erblicken, das offensichtlich vergessen hatte, dass sie noch einen Monsterlockenwickler in Haar hatte. Vielleicht war ihr aber auch alles völlig egal?!

An London Bridge angekommen, steuerte ich direkt den Pub "The Kings Arms" an. Der scheint mittlerweile die Stammkneipe meiner Lads geworden zu sein. Als ich ankam saßen Mr. Elephant & Castle, Mr. Belvedere, Firestarter und Big John an einem Tisch und tranken ihr Lager. Mit einem "That was fun!" meldete ich mich zurück in der Gruppe. Alle waren mit dem Ergebnis zufrieden. Allerdings hatte sie vom kleinen Tänzchen im Umlauf des Stadions gar nichts mitbekommen. Man kann nicht überall sein. Wir tranken unsere Pints und Mr. Belvedere erzählte von seinem Australien-Trip im November. Er besuche dort ein Test Match der englischen Cricket-Nationalmannschaft auf ihrer Tour durch Down Under. Insgesamt finden 3 Spiele statt. Ich fragte ihn, ob er alle drei anschauen werde. Dies verneinte er, denn er habe nicht so viel Zeit, denn ein Spiel könne sich durchaus über mehrere Tage hinziehen. Puuh....für Cricket muss man geboren sein. Als es plötzlich anfing zu regnen, machten sich alle lustig über mich. Sie waren der Meinung, mein Flieger könne eventuell storniert werden, schließlich würde es jetzt mehr regnen als am Vortag. Des weiteren war man wieder der Meinung, die Piccadilly Line würde nicht bis zum Flughafen Heathrow fahren. Na, wunderbar. Nach meinem zweiten Ale musste ich mich verabschieden und machte mich auf den Weg zur U-Bahn. Sollte ich wieder die U-Bahn riskieren? Nee, jetzt war ich verunsichert. Folglich suchte ich mir einen Weg mit der Elizabeth-Line zum Flughafen. Sicher ist sicher.

An Heathrow war wieder die Hölle los. Gefühlt flog hier jede zweite Nase nach Karachi oder Islamabad. Die komplette Abflughalle war mit Familien und Koffern voll und der Geräuschpegel immens. Ich quetschte mich durch die Menschenmassen, um meinen Self-Check-In zu machen. Die Trottel hatten jetzt die Zonen der Airlines gewechselt. Also, erneut durch den Menschenstrom auf die andere Seite der Halle. Leider gab es wieder nur einen Mittelplatz im Flieger. Enttäuschung machte sich breit. Kurz vor der Sicherheitskontrolle wollte ich meine Wasserflasche entsorgen. Allerdings wurde ich darauf hingewiesen, dass Wasserflaschen nicht mehr entsorgt werden müssten. Das war mir völlig neu. Ich ließ die Flasche im Rucksack und vertraute der Mitarbeiterin. Als mein Rucksack über das Fließband durch den Scanner geschoben wurde, ereilte mich ein blödes Gefühl. Natürlich, mein Gepäckstück wurde herausgezogen. Der Heini des Sicherheitspersonals zog direkt die Wasserflasche heraus. Diese wiederum steckte er hochtrabend in ein Gerät, durchleuchtete sie und gab sie mir wortlos wieder. Scheint wohl halbwegs zu funktionieren. Jetzt noch schnell eine Pepsi Maxx Mango samt Meal Deal in die Figur feuern und ab nach Hause. Der Rückflug und die Einreise waren ereignislos. Zu Hause angekommen setzte ich mich direkt an den Rechner und plante den nächsten Trip ins gelobte Land. Oder soll ich doch lieber zum MMA nach München? Auf jeden Fall wird im November wieder einiges los sein. Es bleibt spannend.

Millwall agiert auswärts recht erfolgreich, weigert sich aber zu Hause Punkte zu holen. Das wird wohl wieder eine Saison im unteren Tabellendrittel der Liga. Egal....Hauptsache drin bleiben.


See you next time!

Keep it tidy, geezers....don't get nicked!


Alfie Mace



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