top of page

The Saints are coming....not today!

  • Autorenbild: Alfie Mace
    Alfie Mace
  • 10. März 2024
  • 13 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 27. Juli 2025

FC Southampton - Millwall FC 1:2 (1:2)

St. Marys Stadium, Zuschauer: 30.629, Auswärtsfahrer: 2.973 (4. Feb. 2024)



Wenn Millwall endlich mal wieder in Southampton spielt, dann ist es ein Muss dem Ereignis beizuwohnen. Das Ganze wurde allerdings direkt durch die Kartenregelung ausgebremst. Nur Fans mit 210 und mehr Loyality-Points würden Tickets erhalten. Bitter, aber auch irgendwie fair gegenüber den Allesfahrern. Mr. Belvedere konnte dann aber noch ein Ticket klar machen und die Freude stieg an.



Am Abflugtag stand erst ein kompletter Arbeitstag an. Die Motivation für diesen war übersichtlich, denn die Vorfreude war doch einfach zu groß. Schon erstaunlich, wie geschickt man sich an solchen Tagen durch den Arbeitstag schlawinern kann. Nur keinen Handschlag zu viel machen. Nach Feierabend ging es zum Flughafen, vorher noch fix etwas zu essen und zu trinken besorgen und dann ab in die Bahn. Am Flughafen konnte ich fix zur Sicherheitskontrolle. Hier hatte ich den Check mit dem neuen Gerät zur Durchleuchtung des Handgepäcks zu absolvieren. Bei diesem Apparat braucht man nicht mehr die Flüssigkeiten herausholen. Wer jetzt dachte, die Abwicklung würde zügiger gehen, der wurde direkt eines besseren belehrt. Auch hier musste das Personal mit den Fluggästen diskutieren. Es ging nicht darum, die Flüssigkeiten heraus zu nehmen, sondern diese eben drin zu lassen. Wunderbar. Nachdem ich endlich diesen Bereich des Flughafens passiert hatte, holte ich mir ein überteuertes Bier und wartete am Gate auf den Abflug. Hier verzögerte sich das Ganze um gut 20 Minuten. Kennt man ja mittlerweile. Da der Zielflughafen der City Airport war, mussten wir mit dem Bus aufs Vorfeld, um dort das kleine Flugzeug zu besteigen. Dieses war nur halb gefüllt. Das hätte ein ruhiger und entspannter Flug werden können, wenn die "Embraer 190" eine leise Maschine gewesen wäre und nicht zwei Reihen vor mir 4 Ösis die ganze Maschine mit ihrem Gelaber unterhalten hätten.

Eine Stunde ging das, nonstop! "Heast du Beidl, hoit de Goschn!"...hätte ich gerne gesagt...wenn ich es gekonnt hätte. Selten war ich so froh aus dem Flieger zu kommen wie an diesem Tag. Höchststrafe!



Am City Airport geht die Einreise meist sehr zügig, denn hier treiben sich überwiegend Geschäftsreisende statt Touristen herum. Mit Mr. Belvedere war ausgemacht, wir treffen uns wieder in Woolwich Arsenal im "The Great Harry"-Pub! Als ich an der Lokalität ankam, sah ich schon Mr. Belvdere und Big John am Tisch sitzen. Ich begrüßte die beiden und holte erstmal ne Runde Pints. Preistechnisch ist diese Gegend mit diesem Wetherspoons eine Offenbarung. Günstige Preise, ab £ 1,79 pro Bier aufwärts. Das zieht natürlich auch das passende Publikum an. Wir unterhielten uns eine Weile und dann gab es plötzlich Tumulte. Ein Typ kam rein und schrie und pöbelte verschiedene Leute an. Besonders eine Frau geriet in den Fokus. Diese brüllte er förmlich an, aber die wiederum nippte immer wieder an ihrer Margarita und zuckte nicht mal. Immer mehr Personen hängten sich in die Situation rein. Big John schaute sich verwundert um, denn von den Türstehern war nichts zusehen. Es war gerade 18:30 Uhr und offensichtlich hatten diese ihren Dienst noch nicht angetreten. Nach einer Weile verlagerte sich die Szenerie nach draußen. Irgendwann war endlich Ruhe. Dann kam ein Kerl rein, der doch glatt seinen Hausmüll dabei hatte. Er schlich zur Bar, holte sich ein Pint und pflanzte sich zu seinem Kumpel an einen Tisch. Wahrscheinlich hatte er seiner Frau erzählt, er bringe kurz den Müll raus und ist dann Richtung Pub stiften gegangen. Hier fand Sozialkino pur statt. Wir ließen noch einige Runden Pints kreisen. Mr. Belvedere erzählte, der Anwalt aus Münster wäre letztens da gewesen, und sie wären auch hier in Woolwhich auf das ein oder andere Bier gegangen. Irgendwann wären sie Zeuge einer feinen Pubhauerei geworden. Na prima, da kommt der Anwalt einmal rüber und bekommt gleich die Highlights geliefert. Da war ich schon etwas neidisch. Wir wechselten dann die Lokalität und steuerten den "Elephants & Castle"-Pub an. Eine richtig abgeranzte Kaschemme offenbarte sich uns. Es war ein traditioneller Charlton-Pub. Wir holten uns unsere Kaltgetränke und schauten auf einem kleinen TV das Abendspiel Leeds United - Leicester City. Das war eine gute Einstimmung auf den morgigen Samstag. Die Kneipe war gut gefüllt und alles war prima. Als wie aus dem Nichts der Wirt sagte, jetzt sei Feierabend. Alle austrinken und gehen, war die Order. Mr. Belvedere verwies darauf, dass das Spiel aber noch laufen würde. Der Wirt nahm die Fernbedienung und machte die Glotze aus. Tatsächlich Feierabend! Da waren wir baff. Wir leerten die Gläser und gingen. Scheiß Charlton kam mir direkt in den Sinn. Was sollten wir mit dem angebrochenen Abend machen? Mr. Belvedere schlug vor, wir könnten noch ein Pint im "The Old Gunpit" nehmen. In diesem Pub hatte der Anwalt ja die Keilerei erlebt. Wir gingen hinüber in die Pinte und betraten den hell erleuchteten Schankraum. Hier sah es aus wie in einem Social Club für Jugendliche und zusätzlich verweilten hier noch paar verwahrloste Trinker. Da das Ale-Angebot gegen Null tendierte, bestellten wir drei Fosters. Wenn schon assig, dann auch richtig. Als ich das Stille Örtchen aufsuchte, sah ich einen noch erbärmlicheren Ort. Englische Pubtoiletten, da könnte man ein ganzes Buch drüber schreiben. Zurück bei den Lads klinkte ich mich wieder ins Gespräch ein. Plötzlich flog die Pubtür auf und eine blonde Alte kam keifend hinein. Hinter ihr zwei Typen und schon war hier Alarm im Hafen. Es entstand ein Wortgefecht mit anderen Gästen und es bildeten sich zwei Gruppen. Es wurde gebrüllt und wild gestikuliert. Und dann flogen die Fäuste. Kreuz und quer schenkten die sich gegenseitig ein. Wir standen an der Theke und verfolgten das Treiben voller Interesse. Ein Spargeltarzan mit CP Company-Beanie und T-Shirt kam hinter der Theke vor und mischte auch fleißig mit. Nach einigen wilden Momenten verfrachtete sich der Zirkus nach draußen. Der Geräuschpegel stieg und die Fetzerei nahm ihren Lauf. Dann war Ruhe. Wir mussten lachen und schüttelten die Köpfe. Kaum nahm unsere Unterhaltung wieder Fahrt auf, flog irgendetwas gegen ein Fenster. Ein lauter Knall durchdrang den Pub. Fünf Sekunden später stürmte die Olle von eben wieder hinein, gefolgt von ihren Begleitern. Runde Zwei der Schlägerei startete. Wieder flogen Fäuste und es gab Ohrfeigen. Für uns war gar nicht auszumachen, wer hier gegen wen kämpfte. Gefühlt jeder gegen jeden. Die Krawallschachtel ging strammen Schrittes nun hinter die Theke und zimmerte der Barfrau ordentlich eine rein. Zeitgleich stellte sich der Lauch mit der Wollmütze neben mich und sagte: "Hey mate, how are you?" Völlig perplex antwortete ich "Fine, man. Fine!" Dann gab er mir die Hand und feuerte einem anderen eine. Der Barmann verfrachtete nun die ganze Bagage wieder vor die Theke. An der Tür schepperten sich die anderen. Nach einiger Zeit verlagerte sich das ganze Treiben erneut nach draußen. Irgendwann war dann da auch Ruhe. Wir konnten uns nicht beruhigen, so sehr mussten wir lachen. Als dann der Barmann wieder hernein kam, hatte er ein Messer mit gut 30cm langer Klinge in der Hand und legte dieses hinter die Bar. Das war eine verdammte Machete. Unser Lachen mündete in ungläubiges Staunen. Jetzt muss nur niemand denken, das irgendwer die Bullerei gerufen hätte. Auch die anderen Saufnasen hier im Pub zuckten nicht mal mit der Augenbraue. Wir tranken aus. Das war genug Woolwich für heute Abend. Wir nahmen den Zug zu Mr. Belvedere nach Hause. Dort angekommen machte er erstmal die Musik an und es gab belgisches Bier. Das zog mir komplett den Stecker. Ich genehmigte mir eine Dusche und ging ins Bett. Er zog sich noch belgische Blonde rein und schaute irgendein Konzert.



Am nächsten Morgen hatte ich einen ganz schönen Helm auf, und der war eng. Wir verließen das Haus und fuhren mit der Bahn zur Waterloo Station. Mr. Belvedere und ich hatten Lust auf ein Full English Breakfast. In einem kleine Café wurden wir fündig. Hier saßen schon einige Millwall-Leute. Insgesamt würden über 2.900 Leute den Weg an die Südküste finden. Schließlich spielte man seit gut 13 Jahren nicht mehr gegen die Saints. Mr. Elephant & Castle meldete sich und wollte wissen wieviel Bier er für die Zugfahrt holen soll und welches gewünscht wäre. Gesättigt liefen wir ins Bahnhofsgebäude. Hier war viel Fußballsubkultur unterwegs. Mr. Belvedere berichtete, heute würde Pompey bei Charlton Athletics spielen. Möglicherweise laufe man denen nochmal über den Weg. Da wir keine Platzreservierungen hatten, suchten wir uns fix einen Platz im Zug. Dieser war brechend voll und man hatte das Gefühl, heute war der Mob gut motiviert. Jung und Alt war auf dem Weg in die Hafenstadt im Süden Englands. Dann rollte der Zug an und los ging es. Das Tempo zu Beginn konnte nicht gehalten werden, denn zwischenzeitlich fuhren wir gefühlt in Schrittgeschwindigkeit. Das wird wieder zäh. Mein Schädel brummte etwas, aber pennen konnte ich nicht. Nach zwei Stopps tuckerten wir noch langsamer weiter. Der Schaffner aus Kalkutta kündigte dann den nächsten Stopp an, Clapham Junction! Sofort brach Unmut im Zug aus. Wenn das stimmen sollte, dann wären wir wieder zurück gefahren. Die Aufregung legte sich dann wieder, der Turbanträger hatte sich verlesen. Gott, sei Dank! Bis Woking nahm der Zug wieder Fahrt auf. Allerdings auch nur bis da. Hier standen wir ewig am Gleis herum. Irgendwann meldete sich der Schaffner mit seinem indisch-britischem Kauderwelsch und sagte, wir hätten hier nun einen längeren Aufenthalt. Es würde nach einem Lokführer gesucht. Aha, und wie sind wir hierher gekommen? Der Aufenthalt dauerte gut 40 Minuten. Dann hatte man offensichtlich einen neuen Kutscher gefunden und weiter ging es. Die Stimmung im Zug kippte nun und zwar aus zwei Gründen. Zum einen waren die Bierreserven aufgebraucht und zum anderen gab es in den zehn Wagons nur zwei Toiletten. Skandal! Mit etwa einer Stunde Verspätung erreichten wir die Küstenstadt. Und jetzt regnete es auch noch!




Im starken Regen liefen wir am Bahnhof los. Niemand hatte so wirklich einen Plan, wo wir hin müssen. Die Coppers zeigten nur grob den Weg. Nach gut 15 Minuten Fußmarsch erspähten wir einen Pub. Strammen Schrittes steuerten wir mit gut 30 Leuten auf ihn zu. Darauf hatten die Bouncer aber keinen Bock. Sie winken direkt ab. Mist, wir mussten weiter. Weitere 5 Minuten später fanden wir die nächste Kneipe. Hier wollte man allerdings nur Heim-Supporter sehen. Mr. Belvedere entdeckte dann drei Häuser weiter die nächste Lokalität. Hier versuchten wir hinein zukommen. Die anderen Millwallfans zogen in eine andere Richtung weiter. Zu dritt standen wir nun da. Der Türsteher fragte uns, ob wir zum Fußball wollten. "Nein, wollen wir nicht, Wieso?" erwiderte Mr. Belvedere. Dann fiel ihm ein, es wäre besser gewesen, den Ausländer vorzuschicken. Aber der Türwächter vertraute unseren ehrlichen Gesichtern und ließ uns hinein. Unser Weg führte uns direkt an die Bar, um erstmal Gerstensaft zu bestellen. Wir schauten uns um und bemerkten, wir waren in einem Mädchenpub. Ein Pub der Kette "Slug & Lettuce". Hier ist die Zielgruppe Frauen, die in Ruhe feiern wollen. Viel Rosa und viel Bling Bling fiel uns ins Auge. Die Musik war auch dementsprechend. Der Laden war gut gefüllt, aber zu 75% mit Mädels. Zu Klängen von ABBA und Cindy Lauper tranken wir unser Bier. Da es draußen weiterhin schüttete, fiel die Wahl weiter hier im Pub zu bleiben recht leicht. In der zweiten Bierrunde wurde unsere Stimmung lockerer. Wir schauten den Damen zu, wie sie in den Samstag feierten. Mit Cocktail, Vino und Krönchen im Haar hatte sie ihren Spaß. Einige hatten auch schon gut getankt. Klar, um 13:00 Uhr kann man schon mal mit Shots sein Mittagessen einnehmen. Alkoholismus auf einem neuen Level. Nachdem wir noch zwei weitere Runden hatten, war es Zeit zu gehen. Glücklicherweise regnete es nicht mehr. Wir marschierten an einem Park vorbei. Die Gegend hier war echt heruntergekommen. Aber weit und breit keine Kneipe. Nach gut 20 Minuten gingen wir über eine Brücke zum Stadion, genauer gesagt zum Gästeblock. Hier war gut was los. Viele motivierte und bekannte Gesichter waren da. Das könnte hier noch ein feiner Tag werden, dachte ich so bei mir.



Wir zwängten uns durch die sehr engen Drehkreuze und begrüßten einige bekannte Leute. Hier erfuhren wir, dass es an diversen Stellen mit Millwall Youth und Southampton geknallt hätte. Alle wären so motiviert am heutigen Tag. Ich bot Mr. Belvedere und Mr. Elephant & Castle an noch fix Bier zu holen. Aber sie lehnten ab, denn 5 Minuten wären zu knapp. Dann halt nicht. Rasch gingen wir auf die Tribüne und nahmen unsere Plätze ein. Millwall hatte einen schlechten Lauf und gewann keines der letzten elf(!) Spiele. Heute sollte man bei einem Aufstiegsaspiranten antreten. Unter der Woche musste der Trainer seine Koffer packen und es wurde die Club-Legende Neil Harris als Coach zurückgeholt. Die Vorzeichen waren ähnlich wie beim Spiel in Sheffield im November. Aber da ging es gegen den Tabellenletzten und es war deutlich einfacher. Das Spiel wurde angepfiffen und Millwall sang direkt los, vor allem feierte man Super-Neil Harris. Kaum war das Spiel gestartet, lag Millwall auch schon 1:0 in Führung. Freistoß, Flanke, Kopfballtor! Was hier los war?! Völlige Ekstase und ein brachialer Jubel überrollten St. Marys Stadium. Millwall übernahm hier akustisch komplett das Kommando. Nonstop wurde gesungen. Auf dem Spielfeld war das Bild ebenfalls eindeutig. Southampton hatte gefühlt immer den Ball und ein Angriff nach dem anderen kam auf das Millwalltor zu. Hier wurde mit Mann und Maus verteidigt. In der 34. Minute gelang der Ausgleich, nachdem die Saints endlich eine Lücke in der Verteidigung gefunden hatten. Kurz vor Ende der ersten Hälfte kam Millwall nochmal vor das Tor der Hausherren. Hand, Elfmeter, Tor! So schnell ging es hier. Erneut völliges Chaos ereilte den Auswärtssektor. Wilder Jubel und völlige Zufriedenheit durchquerten den Block. Halbzeit, endlich Halbzeit! In der Pause drängte sich gefühlt jeder in die Toilette. Einige um sich zu erleichtern, andere um die Landwirtschaft Kolumbiens am Laufen zu halten. Man kennt es einfach. An ein Halbzeitbier war bei diesem Andrang nicht zu denken. Schade. Halbzeit zwei ist dann schnell erzählt. Aus dem Spiel auf eine Tor wurde ein Spiel auf ein Tor hoch zwei. Millwall hatte fast nie den Ball und Soton Chancen ohne Ende. Mitte der zweiten Hälfte versuchte der Heimanhang sein "Marching Saints-Lied" anzustimmen, aber dieses wurde durch den Lions-Roar komplett zerstört. Bedient gingen viele Rot-Weißen schon vor dem Abpfiff nach Hause. Diese wurden dann wild beschimpft und bekamen die typischen Handbewegungen mitgeschickt. In der 87. Minute machte Sarkic die Parade seines Lebens, als er einen Schuss ins lange Eck parierte. Nach ewiger Nachspielzeit hatte der Unparteiische ein Einsehen und erlöste uns. Sieg...mit 20% Ballbesitz! Völlig unverdient, aber geil. Wir lagen uns in den Armen und gingen dann zügig vor das Stadion. Dann liefen die Zugfahrer kaum begleitet von Old Bill zurück zum Bahnhof. An einigen Kreuzungen wurde Millwall dann von angepissten Einheimischen zum Tanz aufgefordert. Die ein oder andere Einladung wurde dankend angenommen und die Uniformierten hatte gut zu tun. Auf dem Weg zum Park sahen wir einige Southamptoner auf dem Boden liegen und die Cops legten ihnen Handschellen an. Hier war was los! Im Park gingen die Flitzereien weiter. Hier rannte Millwall den jungen Gastgebern hinter her. Als die Staatsmacht dazu kam, wurden diese angefeuert, doch schneller zu laufen. Das fanden diese wiederum nur semilustig und drohten mit den Knüppeln. Irgendwann kamen wir dann am Bahnhof an. Jetzt hatte wir nur noch einen Wunsch, schnell zurück nach London zu kommen.



Am Bahnhof wollten wir uns noch mit Getränken für die Rückfahrt eindecken. Pustekuchen! Zum einen gab es hier keinen Alkohol zu kaufen, zum anderen war es dermaßen voll, dass man keinen Zutritt zum Shop fanden. Somit warteten wir auf den Zug, aber der kam nicht. Er und seine Vorgängerzüge hatten Verspätung. Na, prima! Jetzt fuhr ein Zug ein, allerdings konnten wir diesen nicht nehmen. Als hier der Aus- und Einstieg anderer Reisender beendet war, weigerte sich der Lokführer loszufahren, denn ihm waren zu viele Leute zu nah am Zug dran. Immer wieder kam die Ansage, die Leute sollen Abstand halten. Das ignorierte der Millwall-Pöbel allerdings vorhersehbar. Nun wurde gedroht, dass die Polizei den Bahnsteig räumen würde. Das wiederum ermunterte die Jungs noch mehr und lautstark wurde gefordert, diese doch endlich zu bringen. 20 Minuten ging dieses Schauspiel. Nun wurde eine andere Karte gespielt. Es kam die Durchsage, unser Zug würde auf einem anderen Gleis in 5 Minuten abfahren. Das brachte einige Dynamik rein. Jetzt drängte alles die Treppenaufgänge hoch und rüber zum anderen Gleis. Wir drei versuchten zusammenzubleiben. Schlussendlich hatten wir es dann in den Zug geschafft. An einen Sitzplatz war nicht zu denken, dann hier war alles überfüllt. Zu allem Überdruss hatten wir nichts zu trinken. Im Grunde auch gut, denn hier gab es nur eine Toilette. Während der Fahrt zwängte sich immer wieder jemand durch den ohnehin engen Gang in dem wir standen. Das werden zwei lange Stunden. Bei uns im Wagon waren viele Youngster. Diese begannen irgendwann zu singen. Lieder wie "Wonderwall" und "Live forever" von Oasis, aber auch "American Pie" von Don Mac Lean. Wer hätte das gedacht? Sie haben doch noch Geschmack. Gegen Ende der Fahrt hatte ich die Gelegenheit mir einen Sitzplatz zu ergaunern. Wir hatten so einen Bierdurst, wir konnten es kaum abwarten. Nach über 2 Stunden erreichten wir Waterloo Station. Alle stürmten aus den Wagons und es ertönte ein ohrenbetäubendes "Miiiiiilllll !!!!!" South London war wieder zurück!



Wir durchquerten die Ticketschranke und wollten endlich in den Pub. Hinter uns hörten wir Tumulte und sahen wie Old Bill schnellen Fußes dem Millwall-Pöbel entgegen kam. Offensichtlich waren noch einige Pompey-Leute in London und erwarteten die Ankömmlinge. Darauf hatten wir nun keine Lust und verzogen uns fix in den Pub "The Windmill". Hier musste es erstmal ein London Pride für mich, ein Guinness für Mr. Elephant & Castle sowie ein ordinäres Lager für Mr. Belvedere sein. Beide erzählten mir, dass es hier vor Jahren mal richtig mit Portsmouth gekracht hätte, so das dieser Pub danach komplett umgebaut werden musste. Früher war halt wirklich mehr Lametta. Dennoch war es hier recht gemütlich, sodass wir den Tag locker ausklingen ließen. Das wir hier nicht im sozialen Brennpunkt wie in Woolwich waren, bemerkte man beim bezahlen von den jeweiligen Runden. Drei Pints und mit £ 19,- war man dabei. Wahnsinn! Nach Runde vier klinkte sich Mr. Elephant & Castle aus. Mr. Belvedere und mich zog es dann noch nach London Bridge. Hier im "The Shipwrights Arm"-Pub wollten wir noch einen Scheidebecher nehmen. Zum Tagesabschluss nahm ich ein letztes Doom Bar. Die Juke Box war in Beschlag von zwei älteren Gentlemen, die aber die Fähigkeit hatten, nur Schrottsongs zu spielen. Somit fielen der Abschied und der Aufbruch nach Hause nicht all zu schwer. Wir nahmen den Zug gen Heimat und liefen dann bei knapp über 0°C noch gut 10 Minuten. Müde machte ich mich dann bettfertig und ging zufrieden schlafen.



Das Aufstehen fiel sonntags dann semileicht. Ich lief zum Zug und fuhr dann nach Heathrow. Glücklicherweise hatte ich genug Flüssigkeit dabei, sodass der Kopfschmerz keinerlei Chance hatte. Die Sicherheitskontrolle war, wie immer in London, kein großes Ding. Jetzt noch ein Meal Deal und dann kann es auch schon losgehen. Denkste, denn der Flug hatte, wie sollte es auch anders sein, Verspätung. Der um 10:30 Uhr wurde komplett gecancelt und nun eine weitere Verzögerung! Puhh! Also wieder warten. Mit gut 30 Minuten Verzug wurde das Gate bekannt gegeben. Ich wurde gefragt, ob es mir was ausmachen würde, wenn ich am Notausgang säße? Natürlich nicht, denn dann kann ich die Haxen ausstrecken und fein ein Nickerchen machen. Im Flugzeug hatte ich dann echt Platz, aber die Augen wollten nicht zugehen. Puppenmunter ging es dann Richtung Deutschland. Da wir insgesamt 40 Minuten hinter dem Zeitplan lagen, mussten wir auf dem Vorfeld aussteigen und mit dem Bus weiterfahren. Nichts hasse ich mehr. Das kostet oft so viel Zeit. Ich wollte doch nur nach Hause. Als ich am Bahnsteig des Regionalbahnverkehrs ankam, ereilte mich die nächste Enttäuschung. Wegen eines Bombenfundes und der Entschärfung selbiger verzögert sich der Ablauf des Bahnverkehrs. Du liebe Zeit, ich will doch nur heim. Mit weiteren 20 Minuten Warterei konnte ich dann endlich weiterfahren. Als ich in meinem Viertel ankam, holte ich mir Kuchen und zu Hause konnte ich den Restsonntag mit dem League Cup-Finale, zwischen Liverfuckingpool und Chelsea London, ausklingen lassen. Was ein Wochenende?!



Super....Super-Neil, Super....Super-Neil, Super....Super-Neil....Super-Neil Harris!!!

Drei Spiele und drei Siege. Diese Saison läuft es mit mir und der englischen Liebe recht ordentlich. Das ruft nach einem weiteren Spiel. Ansonsten stehen noch einige Highlights in den nächsten Wochen an.


See you in Hamburg!


Keep it tidy, geezers - don't get nicked!


Alfie Mace





bottom of page